Eine Fahrradreise mit Kind? "Warum nicht?" denken sich die Berliner Lea, Gregor und ihre Tochter Ronja und radeln von einem Ende Amerikas zum anderem. Im Mai 2012 begann das Abenteuer auf 6 Rädern in Alaska. Wo es enden wird? Irgendwo im Süden!
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A bicycle trip with a child? "Why not?" Lea, Gregor and our daughter Ronja from Berlin are cycling from one end of America to the other. In May 2012, the adventure began on 6 wheels in Alaska. Where will it end? Somewhere in the south!

Freitag, 19. September 2014

Berlin - Krakow

International Cycling Film Festival

Der Schatten unserer Reise wird immer länger. Seit 5 Monaten sind wir nun wieder zurück im normalen Leben. Wir haben Arbeit, Lea macht nebenher noch eine Ausbildung, wir wohnen in einer Wohnung in Berlin-Kreuzberg und Ronja radelt morgens in ihren Kinderladen - die Räuberhöhle. Ist das die Kehrtwende und Abkehr von unserem nomadischen Leben? Vorerst vielleicht, aber uns plagt schon wieder dieses Gefühl, welches seinen schönsten Ausdruck im Englischen hat: itchy feet!  

So lange, bis wir wieder die Weite unter unsere Drahtesel nehmen werden, bleibt das Leben aber auch hier spannend. Wir versuchen uns den Alltag abwechslungsreich zu halten und Routinen oft einer Prüfung zu unterziehen - immer die Nase in den Wind! Unser neues Gefährt, Sir Henry Bakfiets, ein holländischen Lastenrad mit drei Sitzplätzen für kleine Abenteurer, hilft uns nicht nur dabei Wochenendausflüge mit Freunden und Familie zu machen, mit ihm können wir auch unser autofreies Leben weiterführen.

Und auch Ronja ist jetzt mit im Klub der Velophilen. Seit ihrem dritten Geburtstag kann sie nun Fahrradfahren. Für uns ist es nicht nur super süß unsere kleine Radlerstochter auf einem fast ebenso großen Rad durch unseren Kiez pedalieren zu sehen, es ist auch für sie ein großer Gewinn an Spaß und Freude. Es war sehr wichtig für Ronja, dass das Fahrrad nicht einfach nur so bleibt wie es ihre Großeltern ihr geschenkt hatten. "Irgend etwas fehlt da doch noch" schien sie gedacht zu haben. Achso, natürlich gehört an so ein Gefährt noch eine Fahrradtasche und ein Korb - ist doch klar, sonst kann man ja gar nicht damit auf Tour gehen! Jetzt ist sie bereit für die ersten kleinen Abenteuer hier in Berlin und vielleicht auch bald auf einer spätherbstlichen Tour durch den Böhmerwald.

Das Schöne an unserem gerade recht normalen Leben ist der Kometenschweif den unsere Reise durch die Amerikas hinter sich herzieht. In den letzten Monaten hatte wir immer wieder Besuch von Freunden die wir auf der Tour kennengelernt haben - hijos de la calle. Jetzt ist endlich die Zeit gekommen, in der wir das zurückgeben dürfen, was wir in den 2 Jahren an Gastfreundschaft erfahren haben. Jedes Mal wenn wir unsere Tür für bekannte oder unbekannte Gesichter öffnen, kommt ein Hauch aus weiten Fernen zu uns in die Wohnung geweht. Auf dem Tisch landen radlergerechte Mahlzeiten und bei deutschem Kulturgut, Hopfen und Malz/Gott erhalt's!, werden Geschichten vor uns ausgebreitet, Ideen diskutiert und herzlich gelacht. 

Nun ist es an der Zeit den Titel für diesen Blog zu erklären. Lea hat vor ein paar Monaten ein kurzes Reiseportrait von Ronja produziert. Der Kurzfilm der dabei entstanden ist, hat beim Adventure Cycling Association Video Contest den zweiten Rang in der Kategorie "Portrait" gewonnen. Leider gab es keinen wirklichen Preis, aber dafür ist das International Cycling Film Festival auf ihren Film aufmerksam geworden. Sie fragten Lea, ob sie nicht Lust hätte ihren Film beim Festival einzureichen. Der Film schaffte es in die Endauswahl von 9 Filmen und heute Nacht setzten wir uns in ein Auto (!) und fahren nach Krakau um beim Festival dabei zu sein. Immerhin geht es ja um den Oscar der Radfahrfilmszene, der goldenen Kurbel. Hier findet ihr mehr Informationen rund um das Festival: http://www.cyclingfilms.de

Also dann auf nach Krakau! Drückt uns die Daumen!

Hier ist der Link zu unserem Wettbewerbsbeitrag:  https://vimeo.com/98635930

Neue Fotos aus der Zwischenzeit hier: