Eine Fahrradreise mit Kind? "Warum nicht?" denken sich die Berliner Lea, Gregor und ihre Tochter Ronja und radeln von einem Ende Amerikas zum anderem. Im Mai 2012 begann das Abenteuer auf 6 Rädern in Alaska. Wo es enden wird? Irgendwo im Süden!
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A bicycle trip with a child? "Why not?" Lea, Gregor and our daughter Ronja from Berlin are cycling from one end of America to the other. In May 2012, the adventure began on 6 wheels in Alaska. Where will it end? Somewhere in the south!

Montag, 31. März 2014

2 Jahre Ferien

Mit dem Titel in eines Jules Verne Klassikers geht nun die Reihe an Reisereportagen aus 2 Jahren Radabenteuer zu Ende. Ebenso wie die Geschichten des genialen Franzosen, haben wir bewiesen, dass, da wo eine Idee geboren ist und ihr Taten folgen, alles zu erreichen ist. Zugegeben es war keine Reise zum Mond, zum Mittelpunkt der Erde und schon gar nicht um die Welt in 80 Tagen, aber seine futuristische Feder hätte sicher auch so etwas wie "Die Velonomaden" oder der "Drahteselkindergarten" hervorzaubern können.

So liegt nun das letzte Kapitel offen vor euch. Vor mehr als einer Woche haben wir Buenos Aires verlassen und sind seit 5 Tagen auf dem Weg nach Berlin. Einfach nur in Berlin zu landen und sofort Allem was einmal so vertraut war, schutzlos ausgesetzt zu sein, ließ uns die Nackenhaare zu Berge stehen. Wir entschieden uns daher für eine sanfte Anpassungsphase mit einer graduellen Annäherung an Deutschland.

Unser Schnupperkurs begann mit 3 herrlich sonnigen Tagen bei unserem Freund James in Amsterdam. Der fahrradverrückte Brite verhalf uns zu einem sehr angenehmen Start in Europa. Doch nicht zuletzt das ebenso fahrradverrückte Holland und die ersten warmen Frühlingstage ließen unseren Trennungsschmerz von Südamerika und all die Zweifel, ob wir ein Leben in Europa überhaupt noch wertschätzen können, schnell verfliegen. 
Von Amsterdam aus nahmen wir Kurs auf die deutsche Grenze. Eigentlich hatten wir mit dem klassischen Westwind gerechnet, bekamen aber dafür einen für Abkühlung sorgenden Ostwind zu spüren. Deswegen überholten uns auf den sehr schönen und genial ausgebauten "Fietspaden" (Radwegen) immer wieder Senioren auf Rädern mit eingebautem Rückenwind. Die Entwicklung der E-Bikes ist in den letzten Jahren total an uns vorbeigegangen und wir brauchten eine ganze Weile um die "waren" von den "unwaren" Radfahrern unterscheiden zu lernen. Die außerstädtischen Radwege sind voll von "Elektro-Opis". Wir finden's gut: der Strom, den so manch einer von ihnen sonst für verängstigendes Fernsehen ausgegeben hätte, dient jetzt der Naherholung!

Allzu kurz waren die drei Tage in Holland. Wir haben es genossen ordentliche Stullen zum Mittag zu essen, uns in Fantasy-Dutch (ein Mix aus Deutsch und Englisch mit kehligen Endungen) zu üben und uns vom Strom der Fahrradfahrer mitreißen zu lassen. Dann plötzlich standen wir am "Bundesrepublik Deutschland" Schild. 
Uns sind nicht die Tränen gekommen und diesmal krachten auch keine Champagnerkorken, nein, stattdessen ganz routiniert: Kamera mit Selbstauslöser auf eine Mauer stellen, positionieren, entspannt lächeln, Klick! 
Dennoch kochten wir fast über vor Emotionen, als wir in Bad Bentheim in den Zug stiegen, jener pünktlich abfuhr und auch noch planmäßig Osnabrück erreichte. Auch die weiteren Anschlusszüge nach Hamburg machten sich den selben Spaß. Wir sind da, das muss Deutschland sein!

Freunde und Familie, es bleibt dabei. Am Sonntag dem 06. April reiten wir, vielleicht etwas weniger pünktlich als die Deutsche Bahn, um 14 Uhr in die Hasenheide ein. Genaueres findet ihr im vorherigen Blog.
Jetzt lassen wir uns noch einmal ordentlich von unserer Freundin Carmen aufpeppeln, bevor wir die finalen 300 km bis zur geliebten Tierra Berlinensis antreten.


Das war das letzte Kapitel. Es folgt das Nachwort und weitere Bände aus dem Familienleben auf zwei Rädern. 
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With the title of a Jules Verne classic we would like to end our monthly reports from 2 years cycling adventure. Like the stories of the brilliant French, we have proved that were an idea is born and one follows with deeds, everything can be reached. Of course it was not a trip to the moon, to the center of the Earth, or around the world in 80 days, but his futuristic feather would surely have written something like "The nomadic bike family".

So the last chapter now lies before you. More than a week ago we left Buenos Aires and since 5 days we are on our way to Berlin. To be exposed to the once so familiar life within an 14 hours flight would have been just to hard. We decided to take a smooth adaptation phase with a gradual approach towards Germany.

Our introductory course began with three glorious and sunny days with our friend James in Amsterdam. The bike crazy Brit helped us to a very good start in Europe. But also the equally bike crazy Holland people and the first warm spring days helped us to forget our pain of separation from South America. From Amsterdam we took course to the German border. We wandered on the very beautiful and ingenious "Fietspaden" (bike paths). Fregently seniors on bikes with built-in tailwind overtook us. We missed the development of e-bikes in recent years and it took us quite a while to learn to distinguish the "true' from the "false" cyclists. The inter-urban cycle paths are full of "electric grandparents".We like it! 

All too short were these three days in Holland. We enjoyed eating decent bread for lunch, to train ourselves in fantasy Dutch (a mix of German and English with throaty endings) and let us be carried away by the stream of cyclists. Then suddenly we were at the "Federal Republic of Germany " sign. 
We have not come to tears and this time no champagne corked, no, instead it was the common routine: set the camera with self-timer on a wall, position, relaxed smile, Click! 
Nevertheless, we cooked almost over with emotions as we got in the train in Bad Bentheim. It departed on time and even arrived in Osnabrück on schedule. The other connecting trains to Hamburg did the same type of fun thing. We are there, that needs to be Germany!

Friends and Family, it remains like this. On Sunday the 06th of April we will arrive about 2 p.m. in the Hasenheide. More details can be found in the previous blog.

Now we get ready for the last 300km, starting from Hamburg. That was the last chapter. It follows the epilogue and more volumes of family life on two wheels.